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Praxis für Allgemeinmedizin Pohl
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Notfallpraxis
im St. Josef-Hospital
Gudrunstr. 56,
44791 Bochum
www.klinikum-bochum.de

News

Ein krankes Herz kann niemals warten

Deutsche Herzstiftung, die Europäische und Deutsche Gesellschaft für Kardiologie starten Aufklärungskampagne für schnelles Handeln bei Herzinfarkt und anderen Herzbeschwerden in Corona-Zeiten

Mit der dritten Corona-Welle und steigenden Covid-19-Infektionen befürchten Herzspezialisten, dass in den kommenden Wochen der Pandemie Herzkranke mit akuten Herzbeschwerden erneut Kliniken und Praxen meiden könnten. Besonders fatal zeigte sich das bereits im ersten Lockdown: Menschen scheuten bei Verdacht auf Herzinfarkt und anderen notfallartigen Herzbeschwerden den lebensrettenden Notruf 112 oder den Weg in die Notfallambulanz – aus Angst vor Ansteckung mit SARS-CoV-2 oder wegen befürchteter pandemiebedingter Kapazitätsengpässe in den Kliniken im Zuge von Verschiebungen vieler elektiver Eingriffe am Herzen.

„Mit jeder Minute, die man mit Symptomen eines Herzinfarkts abwartet ohne den Notarzt unter der 112 zu alarmieren und den Herzinfarkt sofort medizinisch versorgen zu lassen, verlässt man das optimale Zeitfenster für eine Behandlung des Herzinfarkts in der Klinik“, warnt Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung und Kardiologe am Cardioangiologischen Centrum Bethanien (CCB) Frankfurt am Main. „Dadurch steigt das Risiko eines plötzlichen Herztodes und irreparable Schäden am Herzen bei dauerhaften Leistungseinbußen werden wahrscheinlicher.“

Kampagne informiert über Herzerkrankungen und ihre häufigsten Warnzeichen Umso wichtiger ist es, die Menschen über die wichtigsten Symptome von Herzinfarkt und anderen Herzkrankheiten zu informieren, die sich zum Teil mit Symptomen von Covid-19 (Luftnot, Brustschmerzen) überschneiden können (s. Fact Sheet). Ziel ist es auch, dafür zu sensibilisieren, trotz Corona-Lockdown bei Herzinfarkt-Verdacht wie auch bei Herzbeschwerden generell medizinische Versorgung in den Kliniken und Praxen in Anspruch zu nehmen. Aus diesem Grund haben die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) gemeinsam mit der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (European Society of Cardiology, ESC) und dem Bündnis der Europäischen Herzstiftungen (European Heart Network, EHN) die Aufklärungskampagne „Ein krankes Herz kann niemals warten – Trotz Corona: Warnsignale des Herzens nicht ignorieren“ gestartet. Auf der Kampagnenseite www.herzstiftung.de/krankesherzwartetnie bieten die Initiatoren Informationsangebote in Form von Ratgebern, Experten-Beiträgen, Video-Clip und Illustrationen rund um das Thema Herzinfarkt (Ursachen, Symptome, Therapie) und richtiges Verhalten im Herznotfall sowie zu Herzerkrankungen allgemein.

„Nicht nur der akute Herzinfarkt, auch andere lebensbedrohliche Komplikationen wie bösartige Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfall sind keine aufschiebbaren Krankheitsfälle, sondern erfordern eine notfallmedizinische Versorgung durch den Notarzt und die Klinik“, wie Prof. Dr. med. Andreas Zeiher, Präsident der DGK und Kardiologe am Universitätsklinikum Frankfurt am Main betont. Ebenso zählen dazu Durchblutungsstörungen des Herzens (Ischämien) höherer Dringlichkeit wie Hauptstammstenosen und die instabile Angina pectoris als Vorstufen des Herzinfarkts sowie die entgleiste (dekompensierte) Herzschwäche, die hochgradige Aortenklappenstenose und der Bluthochdrucknotfall. „Sie unterliegen auch in der Pandemie weiterhin selbstverständlich der Notfallversorgung“, so Zeiher.

Unser Herz sollte aber immer höchste Priorität genießen – auch in diesen schwierigen Zeiten. „Deshalb unser Appell an chronisch Herzkranke und Personen mit erstmaligen Herzbeschwerden: Hören Sie auf Ihr Herz, nehmen Sie medizinische Hilfe in der Klinik oder Praxis in Anspruch. Nehmen Sie weiterhin Ihre Medikamente und halten Sie Ihre Kontrolltermine ein“, so der Appell von ESC-Präsident Prof. Dr. med. Stephan Achenbach, Kardiologe am Universitätsklinikum Erlangen.

Über 40 Prozent weniger Herzinfarkte und andere Herzgefäßkomplikationen in Kliniken Während des ersten Lockdowns sank allein die Zahl der stationär versorgten akuten Herzinfarkte um 31 %, das Spektrum auf Durchblutungsstörungen des Herzens (Ischämien) höherer Dringlichkeit wie Hauptstammstenosen, instabile Angina pectoris, dekompensierte Herzschwäche, kardiogener Schock und Herzinfarkt erweitert, kam man sogar auf 42 % weniger stationäre Behandlungen (1). Eine ESC-Umfrage unter mehr als 3.100 Klinikärzten und Pflegekräften in 141 Ländern weltweit ergab, dass während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 die Zahl der Herzinfarktpatienten, die notfallmedizinische Versorgung in den Kliniken in Anspruch nahmen, sogar um über 50 % sank (2). „Anstatt den Notarzt zu rufen, dürften diese Menschen einen Herzinfarkt zu Hause erlitten haben mit fatalen Folgen für ihre Überlebenschancen“, berichtet ESC-Präsident Achenbach. „Trotz der Corona-Pandemie muss aber unser Herz seine volle Aufmerksamkeit erhalten wie zu Zeiten vor Corona. Wir Ärzte erleben leider allzu häufig Notfälle, die durch einen vorzeitigen Arzt- oder Klinikbesuch vermeidbar gewesen wären.“

Covid-19 war im Jahr 2020 zwar für den Tod von mehr als 1,6 Millionen Menschen weltweit verantwortlich, über 7 Millionen erliegen einem Herzinfarkt. Allein in Deutschland starben daran rund 46.200 Menschen im Jahr 2018 (bei ca. 75.000 Covid-19-Sterbefällen 2020/2021 seit Pandemiebeginn) (3).

Links zur Kampagne

Website: https://www.herzstiftung.de/ein-krankes-herz-kann-niemals-warten Shortlink: https://www.herzstiftung.de/krankesherzwartetnie YouTube-Video: https://www.youtube.com/watch?v=nedtmtXOYQQ&t=21s FAQs: https://www.herzstiftung.de/ein-krankes-herz-kann-niemals-warten/faq
Literatur: (1) Der Untersuchungszeitraum reichte vom 16. März bis 5. April 2020, siehe WidO-Report: Günster, C, Drogan D, Hentschker C, Klauber J, Malzahn J, Schillinger G, Mostert C. WidO-Report: Entwicklung der Krankenhausfallzahlen während des Coronavirus-Lockdowns. Nach ICD-10-Diagnosekapiteln und ausgewählten Behandlungsanlässen, Berlin 2020

(2) Pessoa-Amorim G, Camm CF, Gajendragadkar P, et al. Admission of patients with STEMI since the outbreak of the COVID-19 pandemic. A survey by the European Society of Cardiology. Eur Heart J Qual Care Clin Outcomes. 2020;6:210–216. doi: 10.1093/ehjqcco/qcaa046

(3) Deutsche Herzstiftung (Hg.), Deutscher Herzbericht 2019, Frankfurt am Main 2020; Robert Koch-Institut (RKI)

----------Fact Sheet----------

Bei diesen Anzeichen eines Herzinfarkts rufen Sie sofort den Rettungsdienst (112)

  • Starke Schmerzen und Druckgefühl im Brustkorb: Anzeichen für einen Herzinfarkt können Schmerzen sein, die überwiegend im Brustkorb oder häufig auch ausschließlich hinter dem Brustbein auftreten. Sie können in andere Körperteile wie Arme, Oberbauch, Rücken, Hals, Kiefer oder Schulterblätter ausstrahlen. Brustschmerzen oder Atemnot bei kleinsten Belastungen oder in Ruhe sind besonders alarmierend. Dahinter könnte die sogenannte instabile Angina pectoris (Brustenge) stecken, aus der sich jederzeit ein Herzinfarkt entwickeln kann. Generell gilt: Halten die Schmerzen länger als fünf Minuten an, sollten Sie sofort handeln.
  • Massives Engegefühl: Viele Menschen spüren als Anzeichen für einen Herzinfarkt einen heftigen Druck oder ein sehr starkes Einschnürungsgefühl im Brustkorb – so, als würde ihnen „ein Elefant auf der Brust stehen“.
  • Heftiges Brennen: Im Brustkorb kann ein starkes Brennen auftreten.
  • Angstschweiß mit kalter, fahler Haut: Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, spüren häufig starke Angst, die durch blasse Gesichtshaut und kalten Schweiß auch sichtbar wird.
  • Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Schmerzen im Oberbauch: Die Anzeichen für einen Herzinfarkt können zudem recht unspezifisch sein – vor allem bei Frauen. Um auf Nummer sicher zu gehen und auch diese Symptome nicht zu übersehen, gilt die Empfehlung, immer dann einen Rettungswagen mit Notarzt (112) zu rufen, wenn die Beschwerden in einem noch nie zuvor erlebten Ausmaß auftreten.

Achtung: Auch wenn bei vielen Patienten der Herzinfarkt plötzlich und ohne Vorboten kommt, so treten nach neueren Daten bei ca. 50 % der Herzinfarktpatienten Symptome auch 24-48 Std. vor dem eigentlichen Herzinfarkt auf. Die Betroffenen berichten über kurze Phasen von Brustkorbenge oder Brennen hinter dem Brustbein. Dies kann in Ruhe oder bei leichter Belastung auftreten, gelegentlich tritt auch nächtliches Erwachen mit diesen Beschwerden auf.

Bei diesen Warnzeichen für Herzerkrankungen sofort zum Arzt! Generell sollten Betroffene bei den folgenden Warnzeichen umgehend zum Internisten oder Kardiologen. Sie können untersuchen, ob z. B. eine Herzrhythmusstörung als Folge einer koronaren Herzkrankheit (Grunderkrankung des Herzinfarkts), oder anderer Herzerkrankungen wie Herzklappenerkrankungen oder eine Herzschwäche vorliegt. Unbehandelt können diese Erkrankungen zu schwerwiegenden, auch notfallmäßigen, Komplikationen führen:

  • Schmerzen oder ein unangenehmes Engegefühl im Brustkorb (Angina pectoris) und/oder Luftnot
  • Nächtliches Erwachen mit Druck im Brustkorb
  • Herzrasen mit Einschränkung der Belastbarkeit
  • Hartnäckiges Herzstolpern
  • Kurze Bewusstlosigkeiten (Synkopen)
  • Schwindelanfälle, drohende Bewusstlosigkeiten

Diese Beschwerden können Warnzeichen auch für mehrere Herzerkrankungen zugleich sein. Angina pectoris-Beschwerden können Vorboten für eine fortgeschrittene Herzkranzgefäßverengung bis hin zum Herzinfarkt sein, aber auch Anzeichen eines operationsbedürftigen Herzklappenfehlers. Atemnot und Leistungsschwäche sind typische Symptome für eine Herzschwäche oder eine Herzproblematik wie Herzklappenerkrankung oder Vorhofflimmern. Kurze Synkopen können ein harmloses neurologisches Problem, aber auch Vorboten einer bösartigen Herzrhythmusstörung (Kammerflimmern) sein.

Ansteckung mit Corona: Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung leicht gestiegen

46 Prozent der Befragten einer aktuellen Umfrage sind sich sicher, dass sie sich selbst vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen können. Zwei Wochen zuvor lag dieser Wert noch bei 40 Prozent. Dies zeigt die 33. Ausgabe des BfR-Corona-Monitors, eine regelmäßige Erhebung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zu den aktuellen Geschehnissen rund um die Corona-Pandemie. Das Sicherheitsgefühl ist anscheinend auch vom Alter abhängig. „54 Prozent derjenigen, die 60 oder älter sind, denken, dass sie sich vor einer Ansteckung schützen können - bei den jüngeren Altersgruppen liegt dieser Wert nur bei jeweils knapp über 40 Prozent“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Dies lässt sich möglicherweise auch dadurch erklären, dass bereits mehr Ältere geimpft sind.“

BfR-Corona-Monitor - Stand 13. - 14. März 2021 (592.6 KB)

Unterschiede zwischen den Altersgruppen zeigen sich auch bei den persönlichen Maßnahmen, mit denen sich die Bevölkerung vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen möchte. So gaben Personen ab 40 Jahren häufiger als Jüngere an, mehr Abstand zu anderen zu halten, geschlossene Räume öfter zu lüften oder Desinfektionsmittel zu nutzen. Gleichzeitig lassen sich jüngere Personen jedoch häufiger auf das Coronavirus testen und sich häufiger Lebensmittel liefern.

Im Vergleich zur vorigen Befragung sehen zudem deutlich mehr Personen die Medienberichterstattung über das Coronavirus als übertrieben an. Während Ende März noch 35 Prozent diese als überzogen wahrnahmen, sind dies nun 44 Prozent der Befragten. Der Anteil der Personen, die die Berichterstattung als angemessen empfinden, sank erstmalig auf knapp unter 50 Prozent. Als verharmlosend wird die Berichterstattung unverändert von acht Prozent der Bevölkerung eingeschätzt.

Das BfR hat Fragen und Antworten zum Thema Coronavirus veröffentlicht:

Kann das neuartige Coronavirus über Lebensmittel und Gegenstände übertragen werden?

Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen vermeiden

Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt hält die sogenannte „Corona-Notbremse“ grundsätzlich für richtig, um eine Überlastung der Intensivstationen zu verhindern. „Ob es tatsächlich gelingt, die dritte Infektionswelle zu brechen, bleibt aber abzuwarten“, sagte er in einem Interview mit SWR Aktuell (21.04.2021). Kontaktreduzierungen könnten jedoch einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu halten. Dabei gehe es vor allem darum, dass sich die Menschen daran halten, nicht in geschlossenen Räumen zusammenzukommen. Infektionsübertragungen im Freien seien selten.

Schulen erst bei einem höheren Schwellenwert – im Vergleich zu anderen Corona-Schutzmaßnahmen – zu schließen, sei „richtig und angemessen“, sagte Reinhardt bei der Vorab-Pressekonferenz zum Deutschen Ärztetag (20.04.2021) in Berlin. Das sei wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern. Wo noch nicht für Schutzmaßnahmen wie Lüftungsanlagen gesorgt worden sei, müsse dies endlich umgesetzt werden.

29.04.2021 DGA | Quelle: Bundesärztekammer

Vorhofflimmern: Alkohol kann Herzrhythmusstörung auslösen

Regelmäßiger Alkoholkonsum erhöht das Risiko für Vorhofflimmern, und zwar auch bei gesunden Menschen ohne Vorerkrankungen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Universitären Herz- und Gefäßzentrums am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) (1). „Dass übermäßiger Alkoholkonsum dem Herzen schadet, ist zwar längst bekannt“, betont der Kardiologe Prof. Dr. med. Andreas Götte vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Chefarzt der Medizinischen Klinik II: Kardiologie und internistische Intensivmedizin am St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn. Doch diese neue Studie zeige, so Götte, dass das Organ schon bei einem kleinen Glas Wein oder Bier am Tag aus dem Takt kommen könne. „Mit der neuen Studie müssen wir erkennen, dass auch schon kleine Mengen Alkohol das Flimmern auslösen können“, so der Spezialist für Herzrhythmusstörungen. Ausführliche Informationen zu der UKE-Studie sowie Hintergründe zu Vorhofflimmern bietet die Herzstiftung unter http://www.herzstiftung.de/vorhofflimmern-durch-alkohol.

Schon ein kleines Glas Wein täglich kann Folgen haben Für die Studie werteten die Wissenschaftler um die Studienleiterin Dr. Dora Csengeri vom UKE die Daten von mehr als 100.000 Menschen aus, die nie zuvor unter Vorhofflimmern gelitten hatten. Über 5.800 der Teilnehmenden entwickelten im Studienzeitraum von 14 Jahren erstmalig Vorhofflimmern. Dabei war das Risiko, die Herzrhythmusstörung zu bekommen, umso höher, je mehr Alkohol die Probanden regelmäßig konsumierten: So steigerten 12 Gramm Alkohol am Tag – entsprechend einem kleinen Glas Wein oder Bier – die Wahrscheinlichkeit um 16 Prozent im Vergleich zu den abstinenten Teilnehmern. Bei bis zu zwei Drinks täglich lag das Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln, bereits um 28 Prozent höher. „Es gibt einen signifikanten Zusammenhang zwischen bereits geringem Alkoholkonsum und einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern“, fasst Csengeri die Ergebnisse zusammen. Das Fazit der Ärztin und Wissenschaftlerin: „In Bezug auf Vorhofflimmern muss man vom regelmäßigen Konsum selbst kleiner Mengen abraten.“

Alkoholkonsum: lieber mäßig als regelmäßig Weit verbreitet ist die Auffassung, ein regelmäßiger Konsum kleiner Mengen Alkohol schade nicht oder könne sogar das Herz schützen. Dies gelte aber keinesfalls für Vorhofflimmern, betont die Herzspezialistin Dr. Csengeri. Betroffene, die bereits unter Vorhofflimmern leiden, sollten daher Alkohol meiden oder den Konsum stark reduzieren. Für alle anderen gilt: Gegen ein gelegentlich konsumiertes Gläschen Wein oder Bier ist nichts einzuwenden. Aber: „Wer regelmäßig trinkt – und sei es auch nur ein Gläschen – erhöht sein Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln, deutlich”, warnt Prof. Götte. Das gelte auch für Menschen, die noch nie unter Vorhofflimmern gelitten haben.

Vorhofflimmern steigert das Schlaganfallrisiko Bis zu zwei Millionen Menschen in Deutschland leiden an Vorhofflimmern – viele davon, ohne es zu wissen. Herzstolpern und ein schneller Herzschlag sind erste Hinweise auf die Herzrhythmusstörung. Das Risiko für die Herzerkrankung steigt mit zunehmendem Alter. Zwar ist das Flimmern der Vorhöfe nicht unmittelbar lebensbedrohlich, es kann aber je nach Schwere der Symptome mit einem hohen Leidensdruck verbunden sein. Dennoch gilt die Herzrhythmusstörung nicht als harmlos, denn unentdeckt und unbehandelt erhöht das Flimmern der Vorhöfe die Bildung von Blutgerinnseln, die über die Blutbahn das Risiko für Thromboembolien und Schlaganfall erhöhen. Weitere Infos zu Ursachen, Symptomen sowie Risiken von Vorhofflimmern bietet die Herzstiftung unter http://www.herzstiftung.de/vorhofflimmern

Literatur:
(1) Csengeri D et al., Alcohol consumption, cardiac biomarkers, and risk of atrial fibrillation and adverse outcomes. Eur Heart J 2021; 00, 1–8; DOI:10.1093/eurheartj/ehaa953




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